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Der zunehmende Vertrauensverlust der jungen Generation in Politik, Kirchen und anderen Institutionen ist nach Ansicht des Bayerischen Jugendrings (BJR) auch darin begründet, dass wichtige Zukunftsfragen in der Regel ohne Mitwirkung von Jugendlichen entschieden werden. Andererseits kann man heute von einem neu erwachten Interesse junger Menschen am politischen Handeln sprechen (siehe auch attac-Bewegung). Der BJR fordert die Festschreibung von Jugendbeteiligungsformen in der Bayerischen Gemeindeordnung, wie dies in anderen Bundesländern bereits geschehen ist. Begleitend zu diesem Prozess empfiehlt der BJR die (Weiter-)Entwicklung von unterschiedlichsten Konzepten von Jugendbeteiligung in Bayern. Auch die EU fördert diesen Prozeß z.B. durch Fördermittel für Jugendparlamente. Gerade die Erfahrungen der letzten Jahre mit der relativ verbindlichen Struktur von Jugendparlamenten in Bayern haben den SJR Aschaffenburg darin bestärkt, die offene Form der Jugendversammlung weiter zu entwickeln.

Positive Erfahrungen der Beteiligung auf kommunaler Ebene können das politische Kompetenzbewusstsein auch auf der nationalen Ebene stärken. Insofern kann Gemeindepolitik durchaus als „Schule der Demokratie" gesehen werden. Eine stärkere Einbindung in die Politik setzt aber voraus, dass die Kritik junger Menschen ernst genommen und ihre Anregungen aufgegriffen werden. Die kommunale Ebene bietet hierzu viele Möglichkeiten der Mitgestaltung und Mitbestimmung, die jedoch jungen Leuten aktiv eröffnet werden müssen.

Es geht um...

  • ...wirkliche Beteiligung an Entscheidungen
    nicht um symbolische Partizipation wie ein wenig „Demokratie spielen"
  • ...Lebensweltorientierung
    Bei konkreten und lebensnahe Fragestellungen der Gestaltung der direkten Lebenssituationen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen (vgl. § 8 KJHG)
  • ...Beteiligung an einer repräsentativen, parteiendominierten Politik
    Konventionelle Politikpartizipation greift zu kurz: Der Mitwirkung und Mitgestaltung der Gesellschaft, des sozialen und politischen Gemeinwesens in Schulen, Verbänden, Jugendinitiativen, Vereinen oder Jugendorganisationen kommt eine bislang stark unterschätzte Bedeutung zu

Es geht darum, kinder- und jugendpolitische Interessensvertretung als Querschnittaufgabe zu verstehen, die Auswirkungen in die verschiedensten politischen Bereiche hinein haben muss.